Fünf Jahre Läbensschuel

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Rück­blick des Grün­ders und Schulleiters

Span­nend ist ja, wo wir alle her­kom­men. Die Jugend­li­chen vor der Läbens­schuel, wir als Team – und wir aus der zür­cher­ober­län­der Kul­tur.
Viele von uns kom­men aus einer Lei­stungs­kul­tur, die sich nach Per­fek­tion sehnt. Aber in die­ser ver­gisst man leicht, dass der Mei­ster nicht vom Him­mel fällt. Feh­ler machen ist schlimm – aber für wen? Für unser unsi­che­res Ego?

Bei uns erle­ben wir immer wie­der, wie viel Mut es braucht, ein ech­ter Anfän­ger zu sein. Unsi­cher­heit aus­zu­hal­ten. Dran­zu­blei­ben. Feh­ler zu erken­nen, sie mit Dank­bar­keit als Teil des Lern­pro­zes­ses anzu­neh­men und dann nach bestem Wis­sen zu ver­bes­sern, Altes zu ent-ler­nen und Neues auf­zu­neh­men. Die­ser Pro­zess ist für viele neu — und heilsam.

Wann merke ich, dass Neue „ange­kom­men“ sind?
Wenn sich die Kör­per­hal­tung auf­rich­tet. Wenn der Blick klar wird. Wenn eine ent­spannte Offen­heit ent­steht gegen­über dem Leben, dem Ler­nen und den eige­nen The­men. Sie wis­sen: Wie­der­ho­lung gehört dazu. Und sie arbei­ten mit Dank­bar­keit, weil sie erfah­ren haben, wie gut sich Selbst­wirk­sam­keit anfühlt.

Unsere 9.-Klässler gehen ent­spannt und mit Freude ihrem Abschluss ent­ge­gen. Viele mit ihrer Wunsch­lehr­stelle in der Tasche. Sie kön­nen ihre Emo­tio­nen wahr­neh­men und ihre Bedürf­nisse gewalt­frei kom­mu­ni­zie­ren. Sie sind junge Erwach­sene gewor­den, die selbst­stän­dig han­deln – und demü­tig genug sind, Unter­stüt­zung ein­zu­for­dern, wenn sie sie brauchen.

Bezie­hung kommt bei uns vor Erzie­hung. Mensch­lich­keit vor Lei­stung.
Das spürt man. Wenn man in die Läbens­schuel kommt, ent­spannt sich etwas tief im Kör­per. Das Ner­ven­sy­stem merkt: „Hier bin ich sicher.“ In die­sem Zustand funk­tio­niert Ler­nen am besten.

Und davon pas­siert hier ganz viel. Sie ler­nen, ihre Emo­tio­nen zu regu­lie­ren, ihren Kör­per stark und gesund zu hal­ten und ihren Geist zu fokus­sie­ren. Sie ler­nen, Ablen­kun­gen zu wider­ste­hen und klar zu den­ken. Und sie ver­ste­hen den Stoff nicht nur – sie ver­an­kern ihn.

Beson­ders schön ist, wenn ehe­ma­lige Läbens­schüele­rIn­nen zurück­kom­men und erzäh­len, wie gut sie in der Berufs­schule, BMS oder im Gymi zurecht­kom­men. Sie kön­nen ihr Ler­nen selbst­stän­dig orga­ni­sie­ren. Zum Leid unse­rer Gesell­schaft ist das noch nicht selbstverständlich.

Nach fünf Jah­ren Läbens­schuel kann ich aus Erfah­rung sagen: Die Neu­ro­wis­sen­schaft hatte recht. Wer hätte das gedacht!? Ja, in einer Wohl­fühl­oase lernt man bes­ser als in einer Atmo­sphäre, die von Lei­stungs­druck geprägt ist. Freude trägt wei­ter als Druck. Und wenn unsere mensch­li­chen Bedürf­nisse Raum erhal­ten, fin­den wir zu uns, zu unse­ren Stär­ken und zu unse­rem Weg.

Der Traum ist nach wie vor, dass unser Schul­sy­stem ganz­heit­lich auf­wacht und wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nisse beginnt umzusetzen.

Danke, Läbens­schuel, dass du ein Raum bist, indem Schü­le­rIn­nen und Lehr­per­so­nen gerne sind, gerne hin­ge­hen und das täg­li­che Ler­nen eine freu­dige Her­aus­for­de­rung sein darf.

Und für alle, die es noch nicht gese­hen haben: Das voll­endete Läbens­schuel Thea­ter — Das fünfte Universum

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Severin Weilenmann

2 Gedanken zu „Fünf Jahre Läbensschuel“

  1. Wie berüh­rend Seve­rin, und wie wahr! Danke für diese schö­nen Zei­len, dank­bar, für die Zeit bei Dir und dei­nem wun­der­vol­len Team!
    Hab eine lich­ter­volle Advents­zeit, Her­zens­grüsse, Kerstin

  2. hi läbens­schuel
    hi severin

    ganz ein­fach gesagt: angst erzeugt unsi­cher­heit, die zuver­sicht schwin­det, selbst­zwei­fel macht sich breit… keine gute grund­lage zum lernen…
    umso wohl­tu­en­der ist es für mich an der läbens­schuel immer wie­der zu sehen, dass mit den kids acht­sam umge­gan­gen wird.
    die erwach­se­nen hel­fen ihnen, bei der suche nach dem indi­vi­du­el­len lern­weg. die gewiss­heit, etwas schaf­fen zu kön­nen, bringt sicher­heit. erfolg moti­viert für neues.

    herz­li­che gra­tu­la­tion zum 5‑jahresjubiläum

    und immer viel zuver­sicht, ener­gie, gewiss­heit, mut… für die näch­sten jahre

    urs

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