Zoe — Ich — Wir

Zoe Ich Wir

Der fol­gende Auf­satz von Zoe Neid­hart lädt nicht nur zum Lesen, son­dern auch zur Selbst­re­flek­tion ein.

Sie schreibt über unsere Seele, fein­stoff­li­che Ener­gie und über die Dimen­sio­nen unse­res Geistes.

Ich frage dich, was bist du? Höchst­wahr­schein­lich fragst du dich dann, was ich für ein Pro­blem habe. Du denkst: Ich bin ein Mensch, siehst du doch. Nur ver­steckt sich hin­ter dem Wort «Mensch» ein gan­zes Uni­ver­sum. Oft wird das mensch­li­che Wesen in Kör­per, Geist und Ener­gie geteilt, doch wir wis­sen noch gar nicht, ob es diese ver­schie­de­nen Ebe­nen wirk­lich gibt. In die­sem Auf­satz erzähle ich euch über den Men­schen und diese drei Ebe­nen, über unsere Per­sön­lich­kei­ten und über mich selbst.

Ich bin nicht nur ein Mensch, ich bin viel mehr. Du bist mehr, wir sind mehr. Alle Men­schen bestehen aus meh­re­ren sicht­ba­ren und aber auch unsicht­ba­ren Tei­len. Ich stelle mir den Men­schen gerne wie ein Uni­ver­sum vor und die unsicht­ba­ren Teile sind die Sterne. Bekannt­lich funk­tio­niert unser Kör­per aus dem Grund, dass in ihm tau­sende von klei­nen Arbei­tern hau­sen. Diese haben aller­dings ein schlech­tes Gewis­sen, wenn sie ihr Zuhause noch nicht auf­ge­räumt haben. Das kön­nen wir uns vor­stel­len. Nur ist es ein Rät­sel, was uns wirk­lich aus­macht. Da wir unsere Per­sön­lich­keit schon seit der Geburt in uns tra­gen, sollte das doch irgendwo in unse­rem Kör­per zu fin­den sein, logi­scher­weise. Die Per­sön­lich­keit wächst, wie das Gehirn eines Kin­des. Unser Kör­per trägt sie aller­dings nicht, son­dern lässt sie nur strah­len. Die Welt, in der wir leben, legt gros­sen Wert auf Zuge­hö­rig­keit. Was viele Men­schen davon abhält sich selbst zu sein, respek­tive ihr wah­res Ich. Wenn wir den Belan­gen unse­rer Seele, nicht treu sind, denkt sie sich, dass wir sie anschei­nend nicht brau­chen. Sie macht sich eigen­stän­dig und ver­lässt dei­nen Kör­per oder ver­gräbt sich ganz tief in dei­nem Innern. Jedoch kann auch dein Geist aus dei­nem Kör­per ver­schwin­den. Er lässt einen träu­me­ri­schen Men­schen zurück. Mei­stens kön­nen wir den Geist mit etwas Erschrecken­dem, wie zum Bei­spiel einem Schlag zurück in das Hier und Jetzt brin­gen. Die Seele aber, kann tage­lang oder sogar ein gan­zes Leben ver­schol­len blei­ben. Du holst sie zurück, indem du dich ein­fach hin­setzt, dei­nem Atem zuhörst, und dich fal­len lässt. Viele Erwach­sene, haben sogar Schwie­rig­kei­ten bei so einer Medi­ta­tion und schaf­fen es oft­mals nicht, beim ersten Mal ihre Seele zu errei­chen und zurück zu bit­ten. Die Seele ist eine unsicht­bar, doch deut­lich spür­bare freie Ener­gie.
Wie du also siehst, bestehen Men­schen aus min­de­stens zwei «Ster­nen», damit sind Kör­per und Geist gemeint. Es gibt noch einen Drit­ten, die Ener­gie. Viel­leicht besteht auch unser Geist aus Ener­gie, doch mit Ener­gie meine ich das, was dich antreibt. Deine Freude ist eine Ener­gie, genauso wie deine Trauer, nur habe ich das Gefühl, dass meine Ener­gie dann erdrückt wird, wenn ich trau­rig bin. Trauer fühlt sich bei mir an, als würde meine Ener­gie, wie Schall­wel­len durch ein Kis­sen gedämmt wer­den. Wut ist für mich eine klare und unge­bän­digte Ener­gie. Mit all die­sen Ener­gien, wie zum Bei­spiel Liebe und Angst, kannst du etwas errei­chen, wie dei­nen Schat­ten zu über­sprin­gen und das Beste aus dei­nem Leben machen.

Meine Per­sön­lich­keit ist eine wei­tere, andere Dimen­sion und doch gehört sie für mich zum Stern des Gei­stes, was wie­derum bedeu­tet, dass sie ein Teil des­sen ist. Sie hat sich über die Jahre aus­ge­brei­tet und aus­ge­bil­det. Dabei habe ich, wie eine Kund­schaf­te­rin, die Gegend erforscht, in der sich meine Per­sön­lich­keit aus­ge­brei­tet hat. Neue Sicht­wei­sen, aben­teu­er­li­che Wel­ten und sogar atem­be­rau­bende, unbe­kannte Gefühle, habe ich ent­deckt. Ich glaube, dass meine Per­sön­lich­keit das ist, was mich aus­macht. Ich habe meine Äng­ste, die zu der Per­sön­lich­keit bei­tra­gen und sie ste­tig ver­än­dern. Erin­ne­run­gen an schlechte, sowie an gute Zei­ten, kön­nen meine Per­sön­lich­keit ver­än­dern. Sie lehr­ten mich, dass mein Leben noch viele Wen­dun­gen neh­men kann. Sie las­sen mich auf­blü­hen, aber auch zusam­men kau­ern, doch da das Gute gewiss jedes Mal irgend­wie sie­gen wird, werde ich auf­ste­hen, wann immer ich auch hin­ge­fal­len bin. Ich bin schon oft zusam­men­ge­kau­ert, doch ich habe mich wie­der geöff­net und Neues erfah­ren. Logi­scher­weise hat mich das Auf­ste­hen Anstren­gung geko­stet, was es noch immer tut, aber längst nicht mehr so sehr, wie es schon ein­mal war. Was ich dar­aus gelernt habe ist, dass Hin­fal­len nicht viel mit Schwä­che zu tun hat, son­dern viel mehr mit Stärke. Denn solange du dir ein­ge­stehst, dass du hin­ge­fal­len bist, kannst du wie­der auf­ste­hen. Es gibt ver­schie­dene Per­sön­lich­kei­ten. Wir haben auch ver­sucht, sie zu benen­nen, wie z.B. ana­ly­ti­sche, krea­tive, zurück­hal­tende und extro­ver­tierte Per­sön­lich­keit. Doch das Leben spielt sein eige­nes Spiel. Es formt unsere Per­sön­lich­keit wie Knete und ist nie fer­tig damit, bis an unser Lebens­ende. Wir wer­den nie wirk­lich wis­sen kön­nen, was in der Zukunft pas­siert oder ob sie vor­her­be­stimmt ist. Doch ich weiss, dass wir aus allem und von jedem ler­nen kön­nen. Das Ler­nen ver­än­dert die Per­sön­lich­kei­ten. Wir wer­den nie fer­tig gelernt haben, des­halb ist nie­mand per­fekt. Ich frage mich oft, wie die ande­ren Men­schen mich sehen. Nicht weil ich mich schäme, son­dern weil diese Neu­gier zu mei­ner Per­sön­lich­keit gehört. Wie beschrei­ben andere meine Persönlichkeit? 

Ich bin ein mensch­li­ches Wesen mit dem Namen Zoe. Ich habe Äng­ste und Träume wie z.B. eine gute Schau­spie­le­rin zu wer­den. Mich erkennt man kör­per­lich an Som­mer­spros­sen und blau-grü­nen Augen mit brau­nen Flecken in der Augen­farbe. Mein Geist oder meine Psy­che kann sowohl auf­ge­wühlt als auch ganz ruhig sein. Den­noch über­lege ich viel über die Mensch­heit, den Kli­ma­wan­del, Corona und Unfälle. Wobei Letz­te­res nicht so oft vor­kommt. Was ich gern tue, ist hel­fen. Vor allem, wenn ich in mei­ner Kraft bin. Dann kann ich auch gut Empa­thie ent­wickeln und mich in meine Mit­men­schen hin­ein­ver­set­zen. Wenn mir jedoch meine Ener­gie fehlt, ver­schließe ich mich schnell, schotte mich von ande­ren ab und schalte auf taub und blind. Das bedeu­tet, dass ich nicht mehr ande­ren zuhöre, wenn es ihnen schlecht geht, weil ich nicht ein­mal mehr imstande bin, meine eige­nen Belan­gen zu erhö­ren und erfül­len. Manch­mal ver­gesse ich in die­sen Situa­tio­nen zu leben und ver­liere mich in mei­nen Träu­me­reien. Fan­ta­sie an sich ist ja gut, doch wenn ich in meine Fan­ta­sie­welt flüchte, stimmt etwas nicht mehr. Über­haupt nicht mehr! Falls ich mich näm­lich in meine Träume ver­flüch­tige, liege ich mei­stens in mei­nem Bett. Ich liege in mei­nem Bett und träume. Tage­lang kann das so gehen. Man könnte mich sogar schon als depres­siv bezeich­nen. Diese Zei­ten sind und wer­den jedoch immer ver­flie­gen, mich stär­ken und mich Neuem beleh­ren. All diese Erleb­nisse schmücken meine Erin­ne­run­gen und Ideen. Durch das, dass ich mir das Song­tex­te­schreibe bei­gebracht habe, kann ich mich sehr gut und ein­fach aus­drücken. Wenn ich zu mei­nem Text dann noch pas­sende Gitar­ren­ak­korde finde, fühle ich mich unbe­sieg­bar und gross. Die­ses Gefühl ist so toll! Doch wenn ich dann die Musik von pro­fes­sio­nel­len Sing- and Song­wri­ter wie Ed Shee­ren höre, fühle ich mich wie­der ver­dammt klein und das mag ich nicht. Ich mag es so oder so nicht, wenn ich run­ter­ge­macht werde und schon gar nicht von mir selbst. Also sage ich mir, dass jeder ein­mal klein anfan­gen muss, um gross raus­zu­kom­men. Oft­mals kämpfe ich auch gegen die Angst, nicht genug zu sein, dann frage ich mich, was fehlt und das Ein­zige was mir ein­fällt ist mehr Mut. Wenn aller­dings der Moment da wäre meine Äng­ste zu besei­ti­gen, habe ich Angst davor gut zu sein. Tota­les Chaos. Ich denke oft hin, komme jedoch nicht hin­ter­her mit Tun. “Leich­ter gedacht als getan.” Allen Endes aber, kann ich über all das schrei­ben und das mag ich sehr.

Nun das wäre es von mir. Mein Kopf ist zwar nicht leer, trotz­dem wüsste ich nicht, was ich noch dazu­schrei­ben sollte. Ich denke ihr habt ver­stan­den, dass die Frage wer ich bin, keine kon­krete Ant­wort kennt.

Unser Wesen ver­eint drei Dinge. Kör­per, Geist und Ener­gie. Diese drei Dinge las­sen uns zu den Men­schen wer­den, die wir sind. Wir sind ein Teil, der unend­li­chen Unendlichkeit.

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Deborah Selinger

Deborah Selinger

2 Kommentare zu „Zoe — Ich — Wir“

  1. Avatar

    Wow — was für eine wun­der­volle Idee die­sen Auf­satz der Mensch­heit zur Ver­fü­gung zu stel­len! Gros­ses Lob und ein auf­rich­ti­ges Dan­ke­schön! Sol­che Men­schen braucht es und die Jun­gen sind unsere neue Zukunft!

  2. Avatar
    Stefanie Riwar

    Diese Zei­len sind ein wah­res Geschenk! Und ich bin sicher, irgend­wann ein­mal ein Buch die­ser jun­gen Frau in den Hän­den hal­ten zu dür­fen. Wie talen­tiert und mit­ten ins Herz!
    Danke liebe Zoe für die­sen Ein­blick in Deine Seele, so wert­voll. Strahle ganz hell und hüpf in den Mut!
    Alles Liebe
    Stefanie

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